Blue Morpho
Ed O'Brien · Art Rock / Ambient
“Ed hat endlich ein Soloalbum gemacht, das nach Ed klingt, was ein Triumph ist, bis man sich erinnert, dass Eds Aufgabe bei Radiohead war, alle anderen besser klingen zu lassen.”

Blue Morpho klingt wie ein Mann, der dreissig Jahre lang knapp hinter Thom Yorke gestanden hat und nun hoflich fragt, ob er einmal vorne stehen darf. Ed ist der Texturmensch von Radiohead, der Ambient-Lasur-Maler, das menschliche Hallpedal, und ein ganzes Album davon ist genau das, was man erwartet: wunderschon, treibend, manchmal so schwerelos, dass es verdunstet. Der Gitarrenton allein rechtfertigt das Projekt, doch Textur ohne songwriterisches Ruckgrat wirkt schnell wie sehr teure Vorhange in einem leeren Raum. Der Schatten von Tomorrow's Modern Boxes summt im Nebenzimmer lauter, als Ed zu summen wagt. Zu geschmackvoll, um zu konkurrieren, zu talentiert, um zu verschwinden, und so bekommen wir eine schone Platte, die sich hoflich weigert, unverzichtbar zu werden.
Das atmospharische Handwerk ist erstklassig, und als Produzent-Songwriter beweist Ed, dass er eine Platte alleine tragen kann. Erstmals fuhlt sich seine Soloarbeit wie ein echtes kunstlerisches Statement an.
The Thom Yorke Shadow Problem
Texture Is Not A Backbone
The Solo-From-A-Supergroup Curse
Think your track survives me? Drop a link.
A full teardown from €2,99. No mercy.