The Verdict
Du hast 18 Millionen Dollar genommen und daraus rund 77 bis 82 Millionen gemacht, Mubis bislang erfolgreichsten Film, indem du ein Publikum herausgefordert hast, zuzusehen, wie der Schönheitskult sich selbst bei lebendigem Leib auffrisst. Das ist der Trick von The Substance: Es ist eine brutale Satire auf Hollywoods Entsorgung alternder Frauen, gekleidet in praktische Effekte, die so grotesk sind, dass die Metapher unmöglich zu ignorieren wird. Coralie Fargeat flüstert das Thema nicht, sie ritzt es mit einem Melonenausstecher in die Leinwand.
Demi Moore ist der Grund, warum das landet statt nur zu spritzen. Ihr Comeback gewann einen Golden Globe und brachte eine Oscar-Nominierung, weil sie den Horror, aussortiert zu werden, mit einer Rohheit spielt, die das Blut nur unterstreichen kann. Margaret Qualley ist die glänzende, monströse andere Hälfte, und Dennis Quaid spielt den grinsenden Appetit der Branche wie ein Mann, der nie auch nur eine Sekunde an seinem eigenen Gesicht gezweifelt hat. Die Besetzung ist die These.
Dann ist da das Finale, und dein Publikum spaltete sich daran genau in der Mitte. Das übertriebene, blutige Ende entzweit die Zuschauer, auch wenn die Kritiker den Film bei einem Metascore von 78 weitgehend umarmten. Die einen nennen es den mutigsten Wurf des Jahres, die anderen selbstgefällige Maßlosigkeit. Hier ist die Sonnenseite: Eine Body-Horror-Satire, die Leute im Foyer streiten lässt, hat ihre Aufgabe erfüllt. Du hast keinen bequemen Film gemacht. Du hast einen unvergesslichen gemacht, und das sind nicht dieselben Fähigkeiten.
What it nails
- ▲Demi Moores furchtlose, preisgekrönte Hauptrolle: echte Trauer unter den Prothesen, nicht nur Schockwert.
- ▲Praktische Body-Horror-Effekte, die der Satire dienen, statt von ihr abzulenken.
- ▲Fargeats Regie: kühn, grell, chirurgisch auf Hollywoods Schönheitsmaschine gezielt.
- ▲Eine Prämisse, die ihren Ekel verdient, indem sie jedes groteske Bild an eine echte kulturelle Wunde knüpft.
What it botches
- ▼Die Maßlosigkeit des Finales verliert manche Zuschauer völlig; der Wurf ist riesig, und der Fehlwurf, wenn er kommt, ist laut.
- ▼Subtilität ist nicht im Werkzeugkasten: Die Satire prügelt gelegentlich auf einen Punkt ein, den sie längst gemacht hatte.
- ▼Das Tempo im letzten Drittel strapaziert die Geduld und reitet die Intensität über den Moment hinaus, in dem sie aufhörte zu eskalieren.
- ▼Dennis Quaids Branchen-Karikatur macht Spaß, ist aber dünn, mehr Cartoon als Figur.
Who it's for
Body-Horror-Fans, die eine Satire mit Zähnen wollen, und alle, die bereit sind, Demi Moore die Idee eines ordentlichen Comebacks demolieren zu sehen.
Who should skip
Zartbesaitete Zuschauer und alle, die ihren Gesellschaftskommentar lieber leise serviert haben wollen; dieser hier brüllt ihn in Blut.
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