The Verdict
Du hast deinen dritten Film zu einem ambitionierten UFO-Western gemacht, von Hoyte van Hoytema auf IMAX-Kameras gedreht, und ihn direkt auf unsere Sucht nach Spektakel gerichtet. Das ist die Lieblings-Horrorsorte des Zynikers: ein Monsterfilm, der heimlich von den Leuten handelt, die das Monster filmen, von Ausbeutung und von dem irren menschlichen Drang, das Unvorstellbare einzufangen, selbst während es uns frisst. Du wolltest uns nicht nur erschrecken, du wolltest die Kamera in unserer Hand anklagen. Mutig.
Und der Maßstab zahlt sich aus. Rund einhundertzweiundsiebzig Millionen weltweit sagen, dass das Publikum für das Spektakel kam, und das Spektakel ist auf einer großen Leinwand wirklich überwältigend. Keke Palmer ist der Live-Draht, an dem der ganze Film hängt, voll kinetischer Energie und Charisma, während Daniel Kaluuya das stille, wachsame Gegengewicht spielt. Der Himmel wird zu etwas, das man fürchtet, die verschlingende Stille wird zur Bedrohung, und du beweist, dass du Ehrfurcht und Schrecken im selben Bild inszenieren kannst. Das ist eine seltene Gabe, und du protzt damit.
Wo ich Einspruch erhebe, und wo einige Kritiker es auch taten, ist die Ausladung. Das hier ist loser und weniger straff aufgezogen als Get Out, ein Film, der lief wie eine zuschnappende Falle. Nope atmet, schweift, stapelt Themen über Spektakel und Ausbeutung hoch, und gelegentlich überholt der Ehrgeiz den Vortrieb. Get Out war ein Skalpell. Das hier ist ein Weitwinkel, und ein Weitwinkel sieht mehr, hält aber weniger. Die Sonnenseite: Selbst dein ausladender Wurf ist interessanter als die straffsten Treffer der meisten Regisseure. Du hast dir das Recht verdient, ausladend zu sein.
What it nails
- ▲Gewaltiges, ehrfurchteinflößendes Spektakel, von Hoyte van Hoytema auf IMAX-Kameras eingefangen.
- ▲Keke Palmers elektrisierende Hauptrolle, die den ganzen Film verankert.
- ▲Vielschichtige Themen über Spektakel, Ausbeutung und den Drang, das Unvorstellbare einzufangen.
- ▲Den offenen Himmel und die plötzliche Stille in echte, originelle Quellen der Beklemmung zu verwandeln.
What it botches
- ▼Eine ausladende Struktur, die loser und weniger straff wirkt als Get Out.
- ▼Der dichte thematische Ehrgeiz überholt gelegentlich den Vortrieb des Films.
- ▼Einige Nebenhandlungen wirken, als wollten sie ihren eigenen Film, statt diesem zu dienen.
- ▼Zuschauer, die die Skalpell-Präzision von Get Out erwarten, könnten das hier vergleichsweise diffus finden.
Who it's for
Du solltest das auf der größten Leinwand sehen, die du findest, wenn du ambitionierten, ideenschweren Horror willst, der den Himmel als Monster behandelt und das Spektakel selbst als wahren Räuber.
Who should skip
Lass es bleiben, wenn du die schlanke Schraubstock-Plottung von Get Out willst, langsam aufbauende Science-Fiction nicht magst oder keine Geduld für einen Film hast, der sich mehr für Themen als für ordentliche Schrecken interessiert.
The whole story lives on the hub
