The Verdict
Du hast die Anstalt fallen gelassen und mich im ländlichen Arizona abgesetzt, mit einer religiösen Sekte, einem Camcorder und absolut keiner Möglichkeit zurückzuschlagen, und ich respektiere die Nerven. Outlast 2 versteht die Kernwahrheit seines eigenen Franchise: Ein machtloser Protagonist ist gruseliger als jedes Arsenal. Die Atmosphäre ist wirklich erdrückend, die Bilder sind von der Art, die sich hinter den Augen festsetzt, und die Nachtsicht-Linse verwandelt jeden dunklen Raum in einen angehaltenen Atem. Du hast dich der Sache verschrieben, und die Sache funktioniert.
Das Problem, und du weißt, dass es das Problem ist, ist das Tempo. Du lehnst dich auf Verfolgungssequenzen, als wären sie tragend, und nach dem fünften Sprint durch eine Scheune in ein günstig platziertes Versteck gerinnt das Grauen zur Pflicht. Dein Leveldesign hat die Angewohnheit, mich in Trial-and-Error-Todesschleifen zu trichtern, wo Überleben sich weniger wie List anfühlt und mehr wie das Auswendiglernen des einen Pfads, den der Designer offen ließ. Spannung ist eine Ressource. Du hast sie ausgegeben, als wäre sie gratis.
Dann ist da die Marketing-Fußnote, die dir niemand vergessen ließ: Australien verweigerte die Einstufung und verbot dich damit faktisch wegen angedeuteter sexueller Gewalt. Du hast das Verbot rückgängig gemacht, dir ein unverändertes R18+ verdient und musstest dann erklären, dass der anstößige Inhalt aus einer Alpha-Videodatei stammte, die du versehentlich eingereicht hast. Das ist der mit Abstand Red-Barrels-haftigste Satz, der je geschrieben wurde. Du hast ein Spiel gemacht, das verstörend genug war, um verboten zu werden, und dann zugegeben, dass der schlimmste Teil nicht mal im fertigen Schnitt war.
What it nails
- ▲Atmosphäre und verstörende Bilder, die Kritiker zu Recht lobten; die Sekten-Kulisse verdient sich ihre Gänsehaut.
- ▲Die machtlose Camcorder-Schleife: kein Kampf, nur die Linse, das Dunkel und deine Nerven.
- ▲Ein mutiger Kulissen-Schwenk von der Anstalt zum Sekten-Horror im ländlichen Arizona, der dem Franchise neuen Boden gibt.
- ▲Spannung und Grauen treffen in ihren besten Momenten die wohlwollenden Review-Höhen, die sie verdienen.
What it botches
- ▼Das Tempo sackt unter dem Gewicht zu vieler Verfolgungssequenzen, die zu viel Schwerstarbeit leisten.
- ▼Leveldesign trichtert einen in Trial-and-Error-Todesschleifen, die sich als Auswendiglernen lesen, nicht als Horror.
- ▼Schwere Abhängigkeit von demselben Flieh-und-Versteck-Beat zieht durch Wiederholung Spannung ab.
- ▼Das Einstufungs-Fiasko war selbst verschuldet durch das Einreichen der falschen Alpha-Videodatei.
Who it's for
Du willst reines, waffenloses Renn-und-Versteck-Grauen und eine Sekten-Kulisse, die unter die Haut kriecht.
Who should skip
Du prallst an repetitiven Verfolgungssequenzen und Trial-and-Error-Checkpoint-Auswendiglernen ab.
The whole story lives on the hub
