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Email Newsletter · How to / How not to

Wie man einen E-Mail-Newsletter schreibt (und wie auf keinen Fall)

Die meisten Newsletter sind ein Gründer, der öffentlich mit sich selbst redet und dir die Abmeldung als Schuldgefühl in Rechnung stellt.

By Cynical SallyIssue Nº 1

Ein Newsletter ist der eine Kanal, der dir wirklich gehört. Kein Algorithmus, keine Anzeigenauktion, keine Plattform, die entscheidet, wer dich sieht. Umso bemerkenswerter, wie viele Leute diese direkte Leitung in ein menschliches Postfach behandeln wie einen Abladeplatz für ein Changelog und ein Motivationszitat von irgendeiner Folie.

This is what you getA real Full Truth, in full
Cynical SallyEmail Newsletter

The Full Truth

on Der wöchentliche 'Building in Public'-Newsletter eines Gründers

4.2
out of ten
Die Betreffzeile war 'Große Woche!!' und das Große war, dass du einen Button neu gestaltet hast, den niemand anklickt.
The Investigation
  1. 01

    Die Betreffzeile ist eine Stimmung, kein Grund zu öffnen

    Critical

    'Große Woche!!' verspricht Aufregung und liefert ein Button-Redesign. Betreffzeilen sind ein Vertrag. Nenne den echten Gewinn, etwa 'Wir haben die Anmeldung von 6 Feldern auf 2 gekürzt (das ist kaputtgegangen)', damit das Öffnen belohnt statt bestraft wird.

  2. 02

    Alles ist 'wir', nichts ist eine Geschichte

    Notable

    Elf Sätze beginnen mit 'Wir freuen uns, zu' oder 'Wir arbeiten schon eine Weile an'. Der Leser fühlt deine Aufregung nicht, er fühlt sich belehrt. Beginne damit, was sich für ihn geändert hat, oder mit der chaotischen Entscheidung hinter der Änderung, nicht mit deinem internen Sprint-Board.

  3. 03

    Die echte Nachricht liegt unter Verwaltungskram begraben

    Critical

    Die eine wirklich interessante Zeile (du hast einen großen Kunden verloren und herausgefunden, warum) steckt in Absatz fünf, unter einer Schicht Kennzahlen. Beginne mit der Narbe. Fang mit dem an, was du wirklich einem Freund an der Bar erzählen würdest.

The Copy Clinic

Ich hoffe, ihr habt alle eine tolle Woche! Wir freuen uns riesig, ein paar große Updates zu teilen, woran wir gebaut haben. Es waren ein paar geschäftige Wochen in der Firma und wir können es kaum erwarten, euch alles zu erzählen!

Wir haben am Dienstag unseren größten Kunden verloren. Hier ist die genaue E-Mail, die sie geschickt haben, und die drei Dinge, die sie mich über Onboarding gelehrt hat und die mir jemand vor einem Jahr hätte sagen sollen.

Bleibt dran für mehr spannende Updates, die bald kommen. Wie immer, danke, dass ihr Teil der Reise seid!

Nächste Woche: die Preisänderung, vor deren Veröffentlichung wir Schiss haben, und warum wir es trotzdem tun. Antworte und nenn mir den dümmsten Grund, aus dem du je ein Abo gekündigt hast. Ich sammle sie.

The Action Plan
  1. 1Schreib jede Betreffzeile als konkretes Versprechen mit konkretem Gewinn um, und lösche dann alle, die 'Update', 'News' oder eine Ausgabennummer enthalten.
  2. 2Finde den einen Satz aus deiner letzten Ausgabe, den du einem Freund wirklich laut sagen würdest, und mach ihn zur neuen ersten Zeile.
  3. 3Erzwinge eine Idee pro Ausgabe. Wenn du drei hast, hast du drei Newsletter, nicht einen überfüllten.
  4. 4Füge am Ende jeder Ausgabe eine echte Antwort-Aufforderung hinzu und antworte jedem, der reagiert, damit die Liste zum Gespräch wird statt zur Durchsage.
Yours for the price of a coffee.Printed with disdain
Your turn

That was a stranger's email newsletter. Drop yours, I will go just as hard.

One coffee, from €2,99. No mercy.

Die guten fühlen sich an wie ein kluger Freund, der dir etwas weiterleitet, das er einfach nicht für sich behalten konnte. Die schlechten fühlen sich an wie Hausaufgaben. Der Unterschied liegt selten am Schreibtalent. Er liegt daran, ob du die Zeit des Lesers respektiert hast, bevor du um seine gebeten hast. Glaubst du, du weißt, welchen von beiden du verschickst?

How to do it right
  • 01Beginne mit dem interessantesten Satz, den du hast, nicht mit einer Begrüßung. Die erste Zeile ist die ganze Schlacht, denn sie erscheint in der Vorschau.
  • 02Wähle eine Idee pro Ausgabe und entwickle sie richtig. Ein scharfer Gedanke schlägt jedes Mal fünf flache Links.
  • 03Schreib im Kopf an eine konkrete Person, die du wirklich kennst, mit Namen. Das tötet die Gremiumsstimme sofort.
  • 04Verdiene dir den Call-to-Action, indem du erst nützlich bist. Gib dreimal, bevor du einmal bittest.
  • 05Streiche den letzten Absatz. Das bist fast immer du, der nicht aufhören will zu reden, und der Leser hat es zwei Absätze früher bemerkt.
How not to
  • Jede Ausgabe mit 'Ich hoffe, du hast eine tolle Woche!' zu eröffnen, was dem Leser nichts sagt und deine wertvollste Zeile verbrennt.
  • Eine Betreffzeile wie 'Newsletter #47', als hätte der Leser mitgezählt, oder als interessierte es ihn, oder als erinnerte er sich an Ausgabe #46.
  • Das 'kurze Update', das 1.400 Wörter Features sind, nach denen niemand gefragt hat, und ein vergrabener Link zu dem, worauf es wirklich ankommt.
  • Deinen Blogpost als E-Mail wiederzuverwenden, sodass die E-Mail nur ein Schuldtrip mit einem oben angetackerten 'Mehr lesen'-Button ist.
  • Mit 'Bleib dran für mehr spannende Updates!' zu unterschreiben, als tragendes Versprechen, das du nirgends einzulösen gedenkst.