Wie man ein Kündigungsschreiben verfasst (und wie auf keinen Fall)
Ein Kündigungsschreiben ist das eine Dokument, bei dem weniger zu sagen die ganze Kunst ist, und trotzdem hast du vier Absätze hinbekommen.
Es gibt zwei Arten von Kündigungsschreiben. Das erste ist kurz, datiert und unmöglich gegen dich zu verwenden. Das zweite liest sich wie eine Schlussmach-Nachricht, getippt um 2 Uhr nachts, und deine Führungskraft leitet es an die Personalabteilung weiter, bevor sie den ersten Satz zu Ende gelesen hat.
The Full Truth
on das Kündigungsschreiben eines Mitarbeiters
Du hast mit 'Nach langer Selbstfindung' eröffnet und mit 'ganz ohne böses Blut' geschlossen, zwei Formulierungen, die garantieren, dass jetzt alle davon ausgehen, dass es sehr wohl böses Blut gibt.
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Kein klarer letzter Arbeitstag
CriticalDu schriebst 'ich werde in den kommenden Wochen ausscheiden'. Das ist kein Datum, das ist eine Stimmung. Die Personalabteilung kann kein Gefühl bearbeiten, die Lohnbuchhaltung kann nicht mit einem Gefühl abschließen, und deine Kündigungsfrist beginnt rechtlich an einem Datum, das du nie genannt hast. Setz einen konkreten letzten Arbeitstag in den ersten Absatz, Jahr inklusive, und lass den Rest des Schreibens nur dazu da sein, ihn zu stützen.
- 02
Die Beschwerde-Tour im dritten Absatz
CriticalDu hast fünf Sätze auf 'eine Kultur, die nicht mehr zu meinen Werten passt' und die Umstrukturierung verwendet, die 'schlecht gehandhabt wurde'. Nichts davon ändert deinen Abgang, alles davon landet in deiner Personalakte, und jede Zeile ist etwas, das dir eine künftige Referenz vorhalten kann. Streich den gesamten Absatz. Wenn du es loswerden musst, sag es laut im Austrittsgespräch, wo es keine Unterschrift hinterlässt.
- 03
Dankbarkeit, die wie Sarkasmus klingt
Notable'Danke für die Möglichkeiten, soweit es welche gab' ist kein Dank, das ist ein Messer im Dankeschön-Kostüm. Entweder du gibst eine einzige konkrete, ehrliche Zeile des Danks (ein Projekt, ein Mentor, eine Fähigkeit, die du wirklich gewonnen hast) oder du lässt die Dankbarkeit ganz weg. Halbherzige Höflichkeit beleidigt mehr als Schweigen.
Nach langer Selbstfindung und großer Enttäuschung über die Richtung, die das Ganze genommen hat, habe ich beschlossen, dass für mich die Zeit gekommen ist, weiterzuziehen und andernorts Möglichkeiten zu verfolgen, mehr oder weniger mit sofortiger Wirkung.
Hiermit kündige ich meine Stelle als Senior Analyst. Mein letzter Arbeitstag ist Freitag, der 27. Juni 2026, entsprechend meiner vierwöchigen Kündigungsfrist.
Danke für die Möglichkeiten, soweit es welche gab, und ich wünsche dem Team trotz allem alles Gute.
Danke für die Unterstützung in den vergangenen drei Jahren. Ich helfe gerne, die Übergabe reibungslos zu gestalten, und werde meine laufenden Projekte vor meinem Weggang dokumentieren.
- 1Zeile eins: nenne deine Position und deinen genauen letzten Arbeitstag, mit Jahr. Gleich ihn mit der Kündigungsfrist in deinem Vertrag ab, bevor du irgendetwas anderes schreibst.
- 2Streich jeden Satz darüber, warum du gehst. Erklärt er ein Gefühl statt einer Tatsache, gehört er nicht in dieses Dokument.
- 3Füg einen aufrichtigen, konkreten Dank und ein klares Übergabeangebot hinzu. Insgesamt zwei Sätze.
- 4Datiere es, unterschreibe es, schick es zuerst an deine Führungskraft, dann an die Personalabteilung, und sichere dir eine datierte Kopie.
That was a stranger's resignation letter. Drop yours, I will go just as hard.
One coffee, from €2,99. No mercy.
Du schreibst keine Memoiren. Du legst eine saubere Aktenspur an, die sagt: 'Ich gehe, hier ist der Termin, danke'. Alles darüber hinaus ist ein Geschenk an genau die Leute, von denen du wegwillst.
- 01Nenne deine Position und deinen letzten Arbeitstag in den ersten zwei Sätzen. Mach das Datum eindeutig, samt Jahr.
- 02Bleib auf einer Seite. Drei kurze Absätze sind schon großzügig. Niemand wurde je verklagt, weil er sich kurzgefasst hat.
- 03Bedanke dich einmal aufrichtig und meine es auch so. Vielleicht brauchst du diese Leute im nächsten Jahrzehnt noch als Referenz.
- 04Biete eine saubere Übergabe an: benenne, was du dokumentierst oder übergibst, und hör da auf.
- 05Datiere es, unterschreibe es und schick es zuerst an deine Führungskraft, dann an die Personalabteilung. Behalte eine Kopie für dich.
- Jede Beschwerde der letzten drei Jahre aufzählen wie ein Beweisstück vor Gericht. Das Schreiben ist nicht das Austrittsgespräch, und das Austrittsgespräch ist nicht dein Therapeut.
- Aus Trotz 'mit sofortiger Wirkung' schreiben, obwohl dein Vertrag eine Kündigungsfrist vorschreibt. Das ist kein Machtspiel, das ist ein Vertragsbruch mit deiner Unterschrift drunter.
- Den neuen Arbeitgeber, das neue Gehalt und wie viel besser alles ist benennen. Du hast ihnen gerade ein Abwerbeziel und einen Grund geliefert, dir das übelzunehmen.
- Der passiv-aggressive Aufsatz 'um andere Möglichkeiten zu verfolgen' mit sechs Sätzen Subtext. Jeder kann den Subtext lesen. Genau das ist das Problem.
- Es per Antwort-an-alle an das ganze Team schicken, den CEO in Kopie, mit einem Zitat über Authentizität. Die Gruppe braucht deine Aufführung nicht, sie braucht deine Übergabenotizen.